Majulah! – Ein Lagebericht zum Film aus Singapur

In den letzten Jahren hat der singapurische Film eine regelrechte Renaissance erlebt und ist dabei zu einem festen Bestandteil bei internationalen Festivals geworden. Insbesondere die Kurzfilm-Szene ist mittlerweile bemerkenswert: eklektisch, vielfältig und sehr lebendig. Kurzfilme sind sicherlich ein entscheidender Ausgangspunkt für viele Regisseure, aber mehr als das, hat sich in Singapur dieses Genre als eine eigenständige Kunstform Geltung verschafft und wird als solche von Filmliebhabern hoch geschätzt. Kurzfilme aus Singapur haben in den letzten Jahren weltweit viele Preise gewonnen, und die jährliche Produktion ist nichts weniger als beeindruckend und zählt inzwischen zum Besten, was auf diesem Gebiet in der Region zu finden ist. Wie jeder andere Reifeprozeß auch, so ist auch dieser vielschichtig und komplex. Im Fall des singapurischen Kinos bedeutet dies eine Entwicklung, die durch Zensur zwar eingeschränkt aber nicht erstickt wird, das Vorhandensein einer vergleichsweise guten finanziellen Basis und einer äußerst professionellen Infrastruktur. So ergibt sich ein Bild, das geprägt ist von Kreativität, Enthusiasmus – und viel Ehrgeiz.

My Blue Heaven

Singapur 2008, Dir.: Yee-wei Chai, 19 min

Ah Boy hat großes Pech: als er heimlich ein Porno-Video ansieht, hängt das Band gerade als sein Vater nach Hause kommt. Eine Liebeserklärung an die gute alte Zeit.

4 Dishes

Singapur 2008, Dir.: Leon Cheo, 7 min

Was sagt man über eine Familie, harmonisch zum Mittag versammelt? Wenn Rembrandt Kurzfilme machte, würden sie wohl in etwa so aussehen, wie dieses Miniaturportrait.

The Girl in a Red Sarong

2007, Dir.: Jeremy Sing, 13 min

Ein Nationalsymbol taugt für allerlei, und kann unter Umständen, mit Würde getragen, sogar den Lebensunterhalt sichern. Soviel Wahrheit paßt am besten auf 8mm.